Fortsetzbarkeit

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Steckbrief
Name Fortsetzbarkeit
Dimension technologisch
Notwendigkeit für das Szenario fakultativ
Messbarkeit absolut

Das Kriterium Fortsetzbarkeit beschreibt die Wiederverwendbarkeit, bzw. das Wiederaufgreifen von zurückliegenden Arbeitsständen. Der Mehrwert, der durch die Nutzung entsteht, liefert zum Teil Arbeitsergebnisse, die für kommende Unterrichtseinheiten manipulierbar bleiben müssen. Um einen effizienten und effektiven Lehr-Lern-Prozess gestalten zu können, wird die Fortsetzbarkeit des Arbeitsstandes somit gefordert. Dies könnte bspw. auf unterschiedlichen Wegen, abhängig vond der Art und Nutzung des Mediums, erfolgen:

  • Der Arbeitsstand kann exportiert werden in ein anderes analoges oder digitales Format.
  • Der Arbeitsstand kann, ggf. sogar von einem anderen Format, importiert werden.
  • Der Arbeitsstand kann geräteabhängig gespeichert und später zum Bearbeiten wieder aufgerufen werden.
  • Der Arbeitsstand kann unabhängig vom Gerät gespeichert, geteilt und wieder aufgerufen werden.

Der Export des Arbeiststandes erlaubt zwar die Wiederverwendbarkeit der Arbeitsergebnisse, allerdings nicht im digitalen Medium selbst. Dies hat zwar den Vorteil einer möglichen Ergebnissicherung, erlaubt aber keine zeitversetzte Manipulation. Z.B. kann in einem Lernspiel der Spielstand nicht gespeichert werden. Jedoch verfügt die App bspw. über die Funktion, einen zusammenfassenden Report über richtige und falsche Arbeitsergebnisse als .txt - Dokument zu exportieren. Eine geräteabhängige Speicherung und Wiederverwendung erlaubt dem Lerner den Arbeitsstand zeitversetzt zu manipulieren. Allerdings ist dies nur geräteabhängig möglich und somit teilweise stark örtlich und zeitlich beschränkt. Dabei spielt die Sicherheit der Daten eine wichtige Rolle, da Erarbeitungen nicht extra gesichert werden können. Z.B. kann eine offline verfügbare Lern - App auf einem Tablet Spielstände nicht exportieren oder importieren. Allerdings kann der Stand app-intern für eine spätere Manipulation gespeichert werden. Wird eine geräteunabhängige Möglichkeit realisiert, so könnten Arbeitsstände sowohl exportiert, als auch importiert werden. Somit ist das Teilen von Arbeitsergebnissen auf andere Geräte zeit - und ortsunabhängig möglich.

SQL-Island der Technischen Universität Kaiserslautern vermittelt spielerisch die Datenbanksprache SQL. Der Spielstand ist dabei immer geräte-, orts- und zeitabhängig und muss beim Einbinden in ein Lehr-Lern-Szenario beachtet werden.[1]

Zusammenfassend muss somit das Medium zuerst auf mögliche Funktionen der Fortsetzbarkeit geprüft werden, um anschließend Aussagen über die Orts-, Zeit- und Geräteunabhängikeit treffen zu können.

Kriterium

Der Arbeitsstand am digitalen Medium von vorherigen Unterrichtseinheiten kann erneut aufgerufen und bearbeitet werden.

Die Programmierumgebung ada7 verwendet Benutzerkonten, um Programmierstände und Level geräte-, orts-, und zeitunabhängig nutzen zu können.[2]

Beschreibung

Zu prüfende Merkmale

Die ikonische Programmierumgebung Scratch bietet Import- und Exportfunktionen für eine geräte-, orts- und zeitunabhängige Nutzung[3]
  1. Die Fortsetzbarkeit der Arbeitsstände im digitale Medium wird über folgende Funktionen realisiert:
    • Speichern und Wiederherstellen von Dateien [4]
    • Rückgängigmachen und Wiederholen von Prozessen/Dateien [4]
    • Importieren oder Exportieren der Arbeitsstände nach/von verschiedenen digitalen Medien und Programmen/Apps/… etc.
    • Teilen der Arbeitsstände zwischen verschiedenen digitalen Medien und Programmen/Apps/… etc.
  2. Anhand der Funktionen sind folgende Unabhängigkeiten zu überprüfen:
    • Ortsunabhängigkeit: Der Arbeitsstand kann unabhängig vom Ort fortgesetzt werden.
    • Zeitunabhängigkeit: Der Arbeitsstand kann Zeitunabhängig fortgesetzt werden.
    • Geräteunabhängigkeit: Der Arbeitsstand kann unabhängig von dem verwendeten Gerät fortgesetzt werden

Graduierung

Beschreibung
Stufe 0 Die Erarbeitungen mit dem digitalen Medium sind nur einmalig nutzbar und können weder zeit-, orts- noch geräteunabhängig verwendet werden.
Stufe 1 Das digitale Medium ermöglicht eine Fortsetzbarkeit der Arbeitsstände und ist dabei mindestens orts- zeit- oder geräteunabhängig.
Stufe 2 Das digitale Medium ermöglicht eine geräte-, orts- und zeitunabbhängige Fortsetzbarkeit.

Weiterführende Hinweise

  • Werden Arbeitsstände durch Import/Export-Funktionen geteilt und dadurch zeit- und ortsunabhängig, so muss stets gewährleistet sein, dass sensible Daten (z.B. vertrauliche oder personenbezogene Daten) geschützt behandelt werden.
Vgl. für weitere Aspekte das Kriterium Datensicherheit
  • Das Kriterium der Fortsetzbarkeit basiert vorallem auf Best-Practise-Beispielen und Erfahrungen der Autoren. Untermauerungen mit Grundlagen aus der Literatur werden im weiteren Entwicklungsdiskurs anvisiert.

Praxisbeispiel

Der Lehrer/ die Lehrerin benutzt in der Stunde ein kostenfreies Programm, welches die Schülerinnen und Schüler sich zuhause herunterladen können. Optimalerweise besitzen die Schülerinnen und Schüler sogar einen USB-Stick, wo sich die portable Version des Programms befindet, sodass sie sich nicht zu Hause das Programm installieren müssen. Dabei muss es auf verschiedenen Betriebssystemen ausführbar sein. Das Programm ermöglicht die Speicherung und Öffnung von Dateien. Somit können die Schülerinnen und Schüler orts-, zeit- und geräteunabhängig weiterarbeiten und lernen. Meist gibt es auch Webseiten, die es ermöglichen, Online Dateien zu erstellen, doch sollte man auf die Speicherfunktion achten. Dazu ist noch die Frage, ob diese mit einem Login verbunden ist.

Einzelnachweise

  1. Johannes Schildgen, Stefan Deßloch,SQL-Grundlagen spielend lernen mit dem Text-Adventure SQL Island, http://wwwlgis.informatik.uni-kl.de/cms/courses/informationssysteme/sqlisland/, 26.06.2020.
  2. Wirtschaftsinformatik Wissen "WIssen", ada7, https://blog.wi-wissen.de/post/javascriptkara, 26.06.2020.
  3. Scratch, https://scratch.mit.edu/, 26.06.2020.
  4. 4,0 4,1 Urff, C.: Potentiale und Perspektiven digitaler Lernmedien für die Förderung grundlegender mathematischer Kompetenzen. In Zeitschrift für Heilpädagogik, 2010, Jhg. 61. S. 143.