Lernfortschrittsmonitoring

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Steckbrief
Name Lernfortschrittsmonitoring
Dimension technologisch
Notwendigkeit für das Szenario fakultativ
Messbarkeit absolut

Das Lernfortschrittsmonitoring beschreibt die Tätigkeit der Lehrkraft, bei der der aktuelle Arbeitsfortschritt, bzw. Lernstand der Schülerinnen und Schüler, während des Lern-Lehr-Prozesses eingeholt wird, um ihn anschließend zu bewerten oder zu steuern. In der Regel erzielt der Lehrer, bzw. die Lehrerin, diese Beobachtung einerseits traditionell durch effektives Bewegen durch den Klassenraum und paralleles Sichten der einzelnen Arbeitsplätze der Schülerinnen und Schüler. Andererseits zieht sie ihre Erkenntnisse durch gezielte Fragen an Einzelne oder an die ganze Klasse. Durch das Arbeiten mit, bzw. an digitalen Medien kann die Möglichkeit genutzt werden, den Lernfortschritt digital und zentral am Gerät der Lehrkraft einzusehen. Die Möglichkeiten von Klassenmanagmentsoftware (z.B. INiS, LogoDIDACT) liefern zwar digitale Umsetzungen auf Unterrichtsebene, sind jedoch hier auf Medienebene nicht gemeint.

Kriterium

Das digitale Medium verfügt über Funktionen, um den Lernfortschritt der Lernenden digital zu beobachten, zu bewerten und zu steuern.

Übersicht der Funktionen

Beschreibung

Zu prüfende Merkmale

  1. Die Erfüllung einer Lernfortschrittsbeobachtung kann durch folgende Funktionen realisiert werden:
    1. Überwachungsfunktionen - Das Medium ermöglicht der Lehrkraft die Überwachung der Lernenden ohne deren Zutun in Echtzeit durch bspw. durch:
      • eine Gaming-basierte Levelstruktur zur Erkennung des aktuellen Lernfortschritts
      • flexible oder vorbestimmte Checkpoints, die Einblicke in den Arbeitsstand geben
      • Live-Verfolgung der Unterrichtsarbeit
    2. Terminisierung - Das Medium liefert digitale Möglichkeiten, um Bearbeitungsfristen und - zeitpunkte zu kontrollieren und damit den Lernstand zeitlich zu überwachen, bspw. durch:
      • eine Nutzung von Zeitstempeln bei Dateiabgaben
      • eine Speicherung und Übertragung des Zeitbedarfs für Aufgaben
      • eine Aufforderung zur Betätigung von “Erledigt ✔️ ”-Buttons
      • eine Nutzung konditioneller Freigaben bei Lernwegssteuerungen
  2. Die Umsetzung einer Bewertung und Steuerung des Lernfortschritts kann auf folgende Funktionen aufbauen:
    1. Versionierungsfunktionen - Das Medium ermöglicht der Lehrkraft die Einsicht in und den Umgang mit zurückliegenden und gegenwärtigen Versionen des Arbeitsstandes und lässt so eine (individuelle) Lernfortschrittsbewertung u.-steuerung zu. Folgende Merkmale sind dafür von Bedeutung:
      • Zurück- und Nachverfolgung von Arbeitsständen durch Einsicht in zurückliegende Versionen
      • Benutzermanagement für eine individuelle Bewertung bei verschiedenen Sozialformen
    2. Abgabe- u. Bewertungsfunktionen - Das Medium liefert eine digitale Möglichkeit, individuelle Arbeits- und Lernergebnisse in speziellen Formaten der Lehrkraft oder dem Medium durch die Lernenden zur Verfügung zu stellen, um so Einschätzungen und mögliche Steuerungen vorzunehmen. Dies kann realisiert werden durch eine
      • Bewertung durch die Lehrkraft von bspw.
        • Dateiabgaben/ -upload
        • Foren- und Blogbeiträge
      • Bewertung durch das Medium mittels
        • integrierter Bewertungssystemen
        • Belohnungssysteme
        • automatischer Lernprozessanalyse(Learning Analytics) [Ar18, S. 349]

Graduierung

Grad Beschreibung
Stufe 0 Das digitale Medium erlaubt der Lehrkraft keine digitale Lernfortschrittsbeobachtung.
Stufe 1 Anhand von vorgesehenen Bearbeitungspunkten hat die Lehrkraft Einblick auf Zwischenstände im Lernprozess.
Stufe 2 Die Lehrkraft hat explizit die Möglichkeit Arbeitsstände der Lernenden an flexiblen Stellen einzusehen.
Stufe 3 Die Lehrkraft kann permanent die aktuellen Arbeitsstände zentral einsehen und erkennt so effektiv mögliche Schwierigkeiten und Probleme der Lernenden.

Weiterführende Hinweise

Praxisbeispiel

Die webbasierte Lernumgebung ada7 ist eine Weiterentwicklung der Programmierumgebung JavaScriptKara und bietet einen hervorragenden Einstieg in die Programmierung.[1] Lehrkräften ist es möglich, einzelne Programmierszenarien für ihren Unterricht zu entwickeln und den Lernenden nacheinander, stufenartig zur Bearbeitung zu geben. Die Schülerinnen und Schüler melden sich mit einem Login an und treten ihrer Klassengruppe bei. Wurde eine Stufe gelöst, kann der Schüler bzw. die Schülerin das Ergebnis abgeben oder zwischenspeichern. Die Lehrkraft überblickt dabei jederzeit, welche Lernenden sich bei welcher Stufe aufhalten, kann den Programmcode einsehen und dementsprechend reagieren. Dies ermöglicht eine effizientere Hilfestellung, kann ggf. die Zeitverteilung auf alle Lernende für deren Unterstützung verbessern und eine zu hohe unbewusste Konzentration auf einzelne verhindern.

Einzelnachweise

  1. Lernen mit ada7. Abgerufen am 10. Juni 2020.